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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"Vorwärts - zurück hinter das Konzil!"
Ökumenisches Netzwerk "Initiative Kirche von unten"
zum Liturgiepapier des Vatikans

BONN, den 22. April 2004. Das mit Spannung erwartete Papier des Vatikans "Redemptionis Sacramentum" ("Das Sakrament der Erlösung") zur Liturgie ist beim Ökumenischen Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) auf breite Ablehnung und Befremden gestoßen. In dem heute veröffentlichten Papier werden in Zeiten des Priestermangels immer mehr Aufgaben exklusiv den Klerikern vorbehalten. Den gläubigen "Laien" und Pastoralreferenten wird dagegen immer mehr liturgische Kompetenz abgesprochen. Gleichzeitig verlangt die katholische Kirche aber immer wieder eine regelmäßige Teilnahme an der Messe, die nur ein geweihter Priester zelebrieren darf.

Auf Befremden stößt auch das fortwährende Reden vom "Opfer" der Messe und die indirekte Befürwortung der lateinischen Sprache. Beides schien mit dem II. Vatikanischen Konzil überwunden. Unter anderem daran zeigt sich, dass immer mehr vorkonziliare und fundamentalistische Strömungen in der katholischen Kirche an Macht gewinnen.

Mit "Redemptionis Sacramentum" unternimmt der der Vatikan einmal mehr den Versuch, lebendigen Gottesdienst bis ins kleinste Detail totzuregeln. Zunehmend unterdrückt werden wichtige Impulse aus den Gemeinden, die den Gottesdienst zugänglicher und attraktiver gestalten. "Der Gottesdienst als geistlicher Mittelpunkt der Gemeinde wird immer mehr zu einem erstarrten Ritual, das immer weniger Raum lässt für die eigene gewachsene Spiritualität und die Lebensrealität der Menschen", sagte Verena Mosen als Sprecherin der IKvu. Auch nehme der Vatikan keine Rücksicht auf kulturelle und regionale Traditionen, sondern pflege einen liturgischen Imperialismus, den er mit der in der Instruktion enthaltenen expliziten Aufforderung zur Denunziation durchsetzen will.

Ebenso zementiert die Instruktion den Graben zwischen den Konfessionen, weil hier erneut die wechselseitige Einladung zum Abendmahl untersagt wird. Auch wenn im Vorfeld der Veröffentlichung von "Redemptionis Sacramentum" weit schlimmere Gerüchte über den Inhalt kursierten, ist die Instruktion der "Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung" ein Zeugnis für eine Kirche, die es den Gemeinden nicht zutraut, lokale Tradition und christliche Einheit eigenständig miteinander zu verbinden.

Kontakt: Tim Schmidt
IKvu-Pressesprecher
Tel: +49 30 44715542
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Gemeinsames Abendmahl: verboten!Linkhinweise zum Thema:

Das neue Liturgiepapier im Wortlaut:


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