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+++ pressemitteilung +++

"Martin Luther King - ein Opfer des Kampfes gegen Kriegspolitik und Armut in den USA"
IKvu zum 35. Jahrestag der Ermordung des christlichen Bürgerrechtlers am 4. April 2003

Oscar-Romero-Haus / BONN, 02.04.2003. Am 4. April 1968 wurde Martin Luther King mitten in der Vorbereitung für einen "Marsch der Armen" in Memphis erschossen. In einem perfekten Zusammenspiel von Mafia und staatlichen Instanzen wurde so der prominenteste Kritiker der US-amerikanischen Kriegspolitik in Vietnam zum Schweigen gebracht. "Angesichts der Kriegspolitik der USA ist Martin Luther King, noch dazu als christlicher politischer Aktivist, aktueller denn je. Die besorgniserregende Menschenrechtslage in den USA nach dem 11.9.2001 und der Irak-Krieg hätten ihn zu heftigstem Protest herausgefordert", so Bundesgeschäftsführer Bernd Hans Göhrig.

Martin Luther King war in den 50er und 60er Jahren einer der profiliertesten Vorkämpfer für die Gleichberechtigung der Afroamerikaner, gegen den gesetzlich verankerten Rassismus in Form von "Rassentrennung" und rassistische Gewalt in den USA. Als Pfarrer der baptistischen Kirche, an der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, folgte für ihn die Notwendigkeit des Kampfes für gleiche Rechte unmittelbar aus seinem christlichen Glauben. Sein politisches Handeln orientierte sich an gewaltfreien Aktionsformen und an der Überzeugung, dass die Solidarität der Unterdrückten letztlich die Gewalt überwinden wird.

Martin Luther King hatte klar erkannt, dass das globale Zusammenrücken uns alle verpflichtet. In einer Rede an der Lincoln University (Pennsylvania) sagte er 1961: "Wir müssen im direkten Wortsinn lernen, als Geschwister zusammenzuleben, oder wir werden alle zusammen als Narren untergehen. Wir müssen erkennen, dass kein Individuum allein überleben kann. Wir müssen zusammenleben, wir müssen uns umeinander kümmern."

Die globale Kriegspolitik der USA, die der wirtschaftlichen Ausbeutung abhängiger Länder diente, führte ihn über den Kampf gegen Rassismus hinaus und er begann, die kapitalistische Gesellschaft selbst anzuklagen: King protestierte gegen die kolonisatorische Politik der US-Regierung in Vietnam, die wiederum zur Einschränkung der Bürgerrechte und zu Armut im eigenen Land führte. Während der Kampf gegen die Rassentrennung sich "nur" auf einen Teilaspekt der Gesellschaft bezogen hatte, wurde King nun tatsächlich eine Bedrohung für die Interessen des Establishments. Seine Hinrichtung, in einem perfekten Zusammenspiel von staatlichen Instanzen, Mafia und Geheimdiensten, war demnach eine direkte Reaktion auf seinen Protest gegen Vietnamkrieg und Armut.

"Kings Weitsicht bezüglich des imperialen Irrwegs der USA nach 1945 ist beeindruckend, denn 1968 wurden die Folgen dieser Nachkriegspolitik gerade erst sichtbar. Dass er den Aufbau eines militärischen Subsystems anprangerte, das der demokratischen Kontrolle systematisch entzogen wurde, machte ihn so gefährlich. Der Aktualität dieses Zusammenhangs ist geradezu mit Händen zu greifen."

Bernd Hans Göhrig
Bundesgeschäftsführer


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