Initiative Kirche von unten (IKvu)
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Kirche lebt von unten

+++ pressemitteilung +++

"Kardinal Lehmann brüskiert ReformkatholikInnen!"
Gesprächsverweigerung aus Zeitmangel trotz brisanter Themen

BONN, 31.05.2002. Wegen mehrerer drängender Themen hatte die Initiative Kirche von unten Kardinal Lehmann im April ein Gespräch vorgeschlagen und u.a. den Ökumenischen Kirchentag 2003 und das Gemeinsame Abendmahl, die katastrophale pastorale Entwicklung in den Gemeinden, die bevorstehende Weihe von Priesterinnen und die "Entschädigungszahlungen" an ZwangsarbeiterInnen der römisch-katholischen Kirche als wichtig benannt.

Auch sexueller Missbrauch sowie die Verhinderung des Antidiskriminierungsgesetzes durch die Kirchen müssten mittlerweile brennende Themen eines solchen Gespräches sein. Lehmann ließ über seinen Sekretär mitteilen, dass "im Blick auf die zur Verfügung stehende Zeit eine enge Auswahl der Gesprächspartner unumgänglich" sei und ein Treffen mit der IKvu daher nicht in Betracht komme.

"Die Deutsche Bischofskonferenz kann sich nicht länger unseren kritischen Fragen entziehen, denn Themen wie sexueller Missbrauch und Diskriminierung sind keine Bagatelldelikte, die kirchenintern zu regeln wären", so Bernd Hans Göhrig, IKvu-Bundesgeschäftsführer. "Diese Gesprächsverweigerung ist skandalös, ein Armutszeugnis für die Kritikfähigkeit der Bischofskonferenz und ein Affront für die engagierten Menschen in unseren Gruppen, die sich seit Jahren für die Reform dieser Kirche in unserer demokratischen Gesellschaft einsetzen."

Die Ablehnung des Antidiskriminierungsgesetzes und die Ausgrenzung von IKvu-Gruppen passen insofern gut zusammen, da viele dieser Gruppen gegen eine von der römisch-katholischen Kirche ausübte Diskriminierung arbeiten, wie z.B. die Gruppe Homosexuelle und Kirche (HuK), das Netzwerk katholischer Lesben (NKL) und die Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen (VkPF).

Das erste und bisher einzige Gespräch zwischen VertreterInnen der Initiative Kirche von unten und einem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz fand vor fast 19 Jahren mit Josef Kardinal Höffner am 26. September 1983 statt. Auch damals war der Kontakt von Seiten der IKvu ausgegangen und auf die Bitte des Kardinals hin Geheimhaltung vereinbart worden. "Es war offensichtlich kirchenpolitisch für Höffner nicht opportun, mit IKvu-Vertreterinnen und -vertretern zusammen genannt zu werden", so Heinrich Missalla, einer der Gesprächsteilnehmer. Trotzdem sei das Gespräch in angenehmer und offener Atmosphäre verlaufen.

Es ist traurig, daß sich die Bischofskonferenz in fast zwanzig Jahren nicht aus den Fesseln eines veralteten Kirchenbildes emanzipieren konnte und die Relevanz kritischer Gruppen noch immer nicht als notwendig für die Entwicklung auf eine zukunftsfähige und demokratische Kirche hin akzeptieren kann.

Bernd Hans Göhrig,
Bundesgeschäftsführer der IKvu

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