Initiative Kirche von unten (IKvu)
Oscar-Romero-Haus
Heerstraße 205
53111 Bonn

Fon: 0228 / 692165
Fax: 0228 / 631226
E-Mail: presse@ikvu.de

Kirche lebt von unten

+++ pressemitteilung +++

"Krieg gegen Afghanistan führt nicht zu gerechtem Frieden"
IKvu kritisiert Unterstützung der Militärschläge durch ZdK-Präsident Meyer

BONN, 14.10.2001. Die Initiative Kirche von unten (IKvu) äußert deutliche Kritik an der Unterstützung der militärischen Angriffe auf Afghanistan durch den Präsidenten des ZdK, Hans Joachim Meyer.

"Es ist beschämend, dass der Präsident des ZdK dermaßen undifferenziert militärische Gewalt als Mittel der Bestrafung legitimiert, obwohl dieser Krieg wie selbstverständlich unschuldige Zivilpersonen trifft und Tausende, vor allem Kinder zu Flüchtlingen macht. Dieses militärische Handeln dient sicher keinem 'gerechten Frieden' und ist genauso wenig von 'christlicher Überzeugung' motiviert", erklärt Bundesgeschäftsführer Bernd Hans Göhrig.

Die IKvu verweist auf die jüngste Erklärung der UN-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson, wonach aufgrund des ausgeweiteten Bombardements Hilfslieferungen von Medikamenten und Nahrungsmitteln sowie die Errichtung neuer Flüchtlingslager nun fast unmöglich seien. Vor allem Kinder seien die ersten Leidtragenden.

Diese im Vorfeld absehbaren Konsequenzen zeigen deutlich den Zynismus dieses Krieges: Jahrelang wurde weltweit an Waffenlieferungen nach Afghanistan verdient, wurden zivile Einflussmöglichkeiten nicht genutzt und afghanischen Flüchtlingen in der Bundesrepublik Deutschland die Anerkennung als asylberechtigt verweigert, obwohl der Charakter des Taliban-Regimes - besonders in seiner Frauen unterdrückenden Politik - hinlänglich bekannt war. In der Folge dieser eklatanten Versäumnisse erscheint der Krieg als letztes und potentiell einkalkuliertes Mittel der Politik.

Doch gegen Terrorismus ist kein Krieg zu gewinnen, auch in diesem Zusammenhang ist die Stellungnahme des CDU-Politikers Meyer nicht akzeptabel. Obwohl - auch aufgrund der Versäumnisse der internationalen Politik - der Unrechtsstaat der Taliban zur Operationsbasis der Terrororganisation Osama bin Ladens wurde, kann deren Terror nicht mit Krieg gegen ein ganzes Land und seine Menschen bekämpft werden.

Die Polarisierung in eine "zivilisierte" und eine "unzivilisierte" Welt, die zutiefst dem westlichen Denken entstammt, erfährt - zudem als eine der Ursachen der schrecklichen Katastrophen von New York und Washington - in diesem Krieg eine neue Bestätigung, gerade auch durch die Missachtung rechtsstaatlicher Maßstäbe. Dadurch werden neue Katastrophen vorbereitet, jedoch nicht einem "gerechten Frieden" zugearbeitet.

Bernd Hans Göhrig, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0179 / 5244075
Fon: 069 / 42095780
Fax: 069 / 42095781
E-Mail: presse@ikvu.de


<== Zurück zu IKvu-Pressemitteilungen

<== Zurück zur IKvu-Startseite