Initiative Kirche von unten (IKvu)
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Kirche lebt von unten

+++ pressemitteilung +++

"Heilige Kriege wieder Thema für Christen?"
Neu im Programm des Ökumenischen Kirchentages in Berlin:
Diskussion um die Folgen des Irak-Krieges und Fragen einer neuen Weltordnung

Berlin, 28.5.2003. Zur heute neu ins Programm des Ökumenischen Kirchentags aufgenommenen Veranstaltung "Nach dem Irak-Krieg: Welche Rechtsordnung braucht die Welt?" (Fr., 30. Mai, 11 Uhr; www.oekt.de/programm/aktuelles/) erklärt die "Initiative Kirche von unten" (IKvu):

Wenn der Ökumenische Kirchentag über die neue Weltordnung nach dem Irak-Krieg diskutiert, wird übersehen, dass diese Diskussion bereits nach dem Golfkrieg Anfang der neunziger Jahre geführt wurde. Offensichtlich hat das damalige Ergebnis nur dazu geführt, dass die bestehenden Machtverhältnisse zwischen dem Norden und dem Süden manifestiert wurden. Missverhalten von militärisch und ökonomisch schwachen Staaten im Süden wird von den reichen Staaten im Norden abgestraft. Gröbste Menschenrechtsverletzungen in zukunftsträchtigen Märkten wie China werden hingegen ignoriert, bzw. mit den kulturellen Unterschieden gerechtfertigt.

Unter dem Vorwand, die Menschenrechte zu verteidigen, führt das Amerika von George Bush weiter Kriege gegen das "Böse". Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung nämlich sind die Kriege in Afghanistan und dem Irak noch nicht beendet. Die Rhetorik der Rechtfertigung dieser Krieges erinnert an Papst Urban II., der im 11. Jahrhundert zur "Befreiung Jerusalems" aufrief. Damals wurde den Muslimen vorgeworfen, die "Heiligen Stätten" zu entweihen und die christliche Bevölkerung abzuschlachten. Diese Propaganda, verbunden mit der Hoffnung auf weltliche Reichtümer, begeisterte große Massen für den Kreuzzug.

Auch George Bush führt als Hauptgrund für den Krieg im Irak die weltweite Bedrohung durch Saddam Hussein an. Dabei ist es offensichtlich, dass es ihm in der Hauptsache um die Kontrolle der irakischen Ölvorkommen geht. Ansonsten lässt es sich nicht schlüssig erklären, warum für die Bewachung des Ölministeriums und der Förderanlagen Soldaten zur Verfügung standen, nicht aber für den Schutz von Krankenhäusern, Universitäten und einzigartigen Kulturdenkmälern.

Die IKvu fordert eine Diskussion um eine gerechte Weltordnung, in der Einflussmöglichkeiten nicht nach der wirtschaftlichen Potenz eingeräumt werden.


"Initiative Kirche von unten" (IKvu)
beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin:
Internet: www.ikvu.de/oekt/

E-Mail: oekt@ikvu.de


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