Initiative Kirche von unten (IKvu)
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Kirche lebt von unten

+++ pressemitteilung +++

"Schwangerschaftskonfliktberatung fortführen!"

Zum Brief des Papstes an die Deutschen Bischöfe und der Erklärung der Deutschen Bischofkonferenz zur künftigen Schwangerschaftskonfliktberatung erklärt die Initiative Kirche von unten (IKvu):

1. Die Aufforderung des Papstes, kirchliche Beratungsstellen dürften "keine Bescheinigung mehr ausstellen (…), die nach dem Gesetz die notwendige Voraussetzung für die straffreie Durchführung der Abtreibung darstellt", bedeutet den Ausstieg der katholischen Kirche aus der staatlich anerkannten Konfliktberatung. Die Interpretation der Bischöfe, der Papst habe "mit keiner Silbe (…) zum ‚Ausstieg‘ aus der gesetzlichen Schwangerschaftskonfliktberatung aufgefordert", ist daher unaufrichtig und unehrlich.Ausstieg aus der Konfliktberatung

2. Mit der Absicht der Deutschen Bischöfe, den vom Papst verlangten Zusatz "Diese Bescheinigung kann nicht zur Durchführung straffreier Abtreibungen verwendet werden" auf der Beratungsbescheinigung zu ergänzen, verabschieden sich die Bischöfe aus der in §5 SchKG vorgeschriebenen Ergebnisoffenheit der Beratung.

3. Das erklärte Ziel von Papst und Bischöfen, die Kirche aus einer Situation der "Zweideutigkeiten und Kompromisse" zu befreien, zeigt, daß es ihnen primär um die Vermeidung von Konflikten innerhalb der Kirche, nicht aber um Hilfe und Beistand in Notsituationen schwangerer Frauen geht.

4. Durch den Zusatz auf der Beratungsbescheinigung wird den Frauen, die sich trotz der Beratung für einen Abbruch entscheiden, suggeriert, sie würden die Bescheinigung mißbrauchen. Damit wird das Konzept der Beraterinnen, Frauen in Konfliktsituationen Entscheidungshilfen zu geben, konterkariert.

5. Die Initiative Kirche von unten fordert die Bischöfe auf, die Schwangerenkonfliktberatung wie bisher fortzuführen und dem Wunsch des Papstes nicht Folge zu leisten. Vom Staat erwartet die IKvu, daß in staatlich anerkannten Beratungsstellen die ergebnisoffene Beratung gewährleistet bleibt.

Bonn, den 23. Juni 1999
IKvu-Pressesprecher: Thomas Wystrach, Mobil-Tel.: 0174 / 5146358


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