Initiative Kirche von unten (IKvu)
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+++ pressemitteilung +++

Protest gegen Vatikan-Intervention zugunsten Pinochets
Initiative Kirche von unten: Papst spricht nicht im Namen aller Katholiken

Justitia und Pinochet ...BONN, 24.2.1999. Mit der Bitte, sich von der jüngst bekannt gewordenen diplomatischen Intervention des Vatikan zugunsten von General Augusto Pinochet nicht beeinflussen zu lassen, hat sich die Initiative Kirche von unten (IKvu) an die britische Regierung und die Lordrichter des Oberhauses in London gewandt. Aus Sicht der IKvu, einem Netzwerk von über 40 basiskirchlichen Organisationen und Gruppen in Deutschland, sei es ein Gebot der Gerechtigkeit und daher auch der Nachfolge Jesu Christi, den ehemaligen chilenischen Diktator vor ein unabhängiges Gericht zu stellen.

"Wir verstehen nicht", erklärt der Geschäftsführer der IKvu, Michael Steiner, "welche Sorge die Kurie des Papstes umtreibt, der doch ansonsten so vehement für die Achtung der Menschenrechte eintritt, sich in diesem Fall für Pinochet zu verwenden." Gerade den Repräsentanten der römisch-katholischen Weltkirche dürfe nicht unbekannt sein, daß nach katholischer Lehre einem Sünder, der seine Sünden nicht bereut, diese Sünden nicht vergeben werden können. Daher könne die Initiative Kirche von unten das Vorgehen des Vatikan in dieser Frage nicht akzeptieren, sondern allenfalls feststellen, daß er hier nicht im Namen aller Katholikinnen und Katholiken spricht.

Als Deutsche befremde die in der IKvu zusammengeschlossenen Christinnen und Christen die diplomatische Intervention zugunsten General Pinochets um so mehr, als sie in fataler Weise an die erfolgreichen Bemühungen des Vatikan nach dem Ende der Nazi-Herrschaft erinnere, ehemaligen Nazis bei ihrer Flucht ins Ausland zu helfen und sie auf diese Weise dem Zugriff der Justiz zu entziehen.




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