Initiative Kirche von unten (IKvu)
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Kirche lebt von unten

+++ pressemitteilung +++

"Prophetische Kraft statt harmonischer Belanglosigkeit!"
Initiative Kirche von unten zum Ökumenischen Kirchentag 2003

BONN, 30.11.2000. Die Initiative Kirche von unten (IKvu) begrüßt den Ökumenischen Kirchentag, den das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und der Deutsche Evangelische Kirchentag im Jahr 2003 in Berlin feiern wollen. Anlässlich der konstituierenden Sitzung des Präsidiums des Kirchentags erklärt die IKvu, ein Netzwerk von 40 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen:

Wir sind erleichtert, dass die evangelischen ChristInnen trotz antiökumenischer Signale aus Rom am gemeinsamen Kirchentag festhalten. Viele Stellungnahmen der römisch-katholischen Kirche, zuletzt etwa die Anweisung Kardinal Ratzingers, die protestantischen Kirchen nicht als "Schwesterkirchen" zu bezeichnen, oder die Erklärung "Dominus Iesus", in der sich die römische Kirche als einzig wahre Kirche Christi darstellt, haben verletzt und die gewachsenen ökumenischen Kontakte in Deutschland auf eine harte Probe gestellt. "Hoffentlich wandelt sich der Ärger hierüber für die Ökumene in positive Energie", hofft Eva-Maria Kiklas, Mitglied im Präsidium des Ökumenischen Kirchentags und Sprecherin des Arbeitskreises "Ökumene" der IKvu.

Leider hält das ZdK weiterhin eine gemeinsame Eucharistiefeier erst bei voller Kirchengemeinschaft für möglich. Die IKvu lehnt eine solche Ausgrenzung nicht-römisch-katholischer ChristInnen ab und wird statt dessen wieder eine ökumenische Abendmahlsfeier durchführen, denn nicht wir laden ein, sondern wir sind von Christus eingeladen. Wir begrüßen daher ausdrücklich die Feststellung der evangelischen Kirche, zu den Gottesdiensten mit Abendmahl seien selbstverständlich auch KatholikInnen eingeladen.

Allerdings darf "Ökumene" nicht auf den Wunsch nach gemeinsamer Abendmahlsfeier oder friedlicher Koexistenz der Konfessionen reduziert werden, ökumenisches Engagement muss sich an Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung orientieren. Konkret heißt das für die IKvu, gerade in Berlin, auf die Situation von Flüchtlingen und sogenannten "Illegalen" oder auf die Verantwortung der deutschen Wirtschaft und Politik für die Entwicklung in der Zweidrittelwelt hinzuweisen. Nur wenn der Ökumenische Kirchentag 2003 diese Fragen aufgreift, wird er vermeiden, sich in belangloser konfessioneller Harmonie zu verlieren. Hier wird sich erweisen, ob insbesondere das ZdK seine traditionelle Nähe zur bundesdeutschen Politik zugunsten der prophetischen Kraft unseres Glaubens aufgibt.

IKvu-Pressesprecher: Thomas Wystrach, Mobil-Tel.: 0174 / 5146358


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