| Initiative
Kirche von unten (IKvu) Oscar-Romero-Haus Heerstraße 205 53111 Bonn Fon: 0228 / 692165 |
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+++ pressemitteilung +++
Anläßlich des zwanzigsten Jahrestages des Entzugs der "missio canonica" des katholischen Theologen Hans Küng erklärt die Initiative Kirche von unten (IKvu):
Zwanzig Jahre
nachdem Prof. Dr. Hans Küng am 18. Dezember 1979 die kirchliche
Lehrerlaubnis entzogen wurde, zeigt sich, daß die Sanktionsmaßnahmen
der Kurie die damaligen Fragestellungen nicht gelöst haben.
Unter Papst Johannes Paul II. hat sich die römisch-katholische
Kirche vielmehr in ein fundamentalistisches Ghetto zurückgezogen,
in dem kritische Stimmen autoritär zum Schweigen gebracht werden.
Doch Streitfragen wie die Unfehlbarkeit des Papstes, Empfängnisverhütung,
Frauenordination oder aktuell der Verbleib der Kirche in der
Schwangerschaftskonfliktberatung bleiben auch innerkirchlich in
der Diskussion.
Hans Küng hat ungeachtet der kirchlichen Ausgrenzung wertvolle Beiträge zu einer ökumenischen Theologie geleistet: Sein Projekt "Weltethos" hat den interreligiösen Dialog entscheidend befruchtet, mit seinem ökumenischen Engagement (begonnen mit seiner Doktorarbeit "Rechtfertigung" 1957!) hat er maßgeblich dazu beigetragen, daß 1999 eine katholisch-lutherische Einigung in der Rechtfertigungslehre zustande kam.
Durch seinen Einsatz für die Christenrechte in der Kirche wurde Hans Küng zu einem der "geistigen Väter" der 1980 gegründeten Initiative Kirche von unten (IKvu). Zwar kann er von einer Kirche, die ihre besten Köpfe maßregelt, zu Lebzeiten keine Rehabilitierung erwarten - die 40 im Netzwerk IKvu zusammengeschlossenen Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen sind ihm jedoch in freundschaftlicher Solidarität verbunden.
Bonn, den 16. Dezember 1999
IKvu-Pressesprecher: Thomas
Wystrach,
Mobil-Tel.: 0174 / 5146358
Linkhinweise: |
Wozu Weltethos? Religion und Ethik in Zeiten der Globalisierung
Ja zum Weltethos. Perspektiven für die Suche nach Orientierung
Hans Küng und die Ökumene. Evangelische Katholizität als Modell
Verantwortlich leben in der Weltgemeinschaft.
Zur Auseinandersetzung um das
'Projekt Weltethos'