Initiative Kirche von unten (IKvu)
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+++ pressemitteilung +++

Seligsprechung von Pius IX. als "entlarvendes kirchenpolitisches Signal"
IKvu: "
Papst Johannes Paul II. will reaktionäres Kirchenbild einbetonieren!"

BONN, 1. September 2000. Zur der für den 3. September 2000 geplanten Seligsprechung der Päpste Pius IX. und Johannes XXIII. erklärt Thomas Wystrach, Sprecher der Initiative Kirche von unten (IKvu):

"Die gemeinsame Seligsprechung der Päpste Pius IX. und Johannes XXIII. ist ein entlarvendes Signal der römisch-katholischen Kirchenleitung: gegen Ende seines Pontifikates will Papst Johannes Paul II. sein reaktionäres Kirchenverständnis feierlich einbetonieren. Während die Erinnerung an Johannes XXIII. (1958-63) auch weit über die katholische Kirche hinaus Hoffnungen auf innerkirchliche Veränderungen wach hält, sind seine vorsichtigen Reformversuche in den letzten 20 Jahren in immer absurderen Maßnahmen (z.B. Verbot der Diskussion über die Frauenordination oder Einführung eines neuen 'Treueids') tatsächlich zurückgedrängt worden.

Neben dieser Vereinnahmung des Reformpapstes stellt jedoch die gleichzeitige Seligsprechung von Pius IX. (1846-78) den eigentlichen Skandal dar: die Amtszeit des Pius-Papstes war geprägt durch den Kampf gegen elementare Menschenrechte wie Religions- und Meinungsfreiheit, die Wiedererrichtung des römischen Judenghettos oder die brutale Durchsetzung des Unfehlbarkeitsdogmas. Das noch vor wenigen Monaten zelebrierte "Mea Culpa" von Johannes Paul II. für Verfehlungen der Kirche wird durch dieses antijüdische und antiökumenische Signal entwertet."

IKvu-Pressesprecher: Thomas Wystrach, Mobil-Tel.: 0174 / 5146358


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