Initiative Kirche von unten (IKvu)
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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"Die Stunde der Kardinäle"
Ökumenisches Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) fordert
die Weichenstellung für die Zukunft der Weltkirche schon vor dem Konklave

BONN, 3.4.2005. Nach dem Tod Johannes Paul II. hat nun die Zeit des Übergangs begonnen. In Rom übernehmen die versammelten Kardinäle in den so genannten Generalkongregationen die faktische Leitung der römisch-katholischen Kirche. Bis zur Wahl des neuen Papstes sind fast alle Ämter der römischen Kurie ausgesetzt. Diese Phase bis zum Beginn des Konklaves ist deshalb besonders heikel, weil die einzige und zugleich machtvolle Funktion der Kardinäle in der Wahl eines neuen Papstes besteht. Da in den Generalkongregationen alle 183 Kardinäle und nicht nur die wahlberechtigten 117 Kardinäle unter 80 Jahren zusammentreffen, ist kaum zu vermeiden, dass schon jetzt Absprachen und Vereinbarungen über die anstehende Wahl stattfinden.

In dieser Zeit des Machtvakuums müsste das Kollegium der Kardinäle die Wahl der Person zurückzustellen. Vielmehr sollte eine Generaldebatte über den Zustand der Kirche geführt werden: pastorale, institutionelle, politische und ökumenische Probleme blockieren seit Jahren die Entwicklung der Kirche in der globalisierten Welt. "Die drängendste Frage ist jetzt nicht, ob der neue Papst Italiener sein wird, oder ob ein liberaler oder konservativer Kandidat gewählt wird", sagte Bernd Hans Göhrig als Bundesgeschäftsführer der IKvu. "Der Zustand der Kirche muss zuerst auf der Tagesordnung stehen. Die Kardinäle werden diese seltene Gelegenheit ungesicherter Machtverhältnisse gezielt nutzen, um lange zurückgedrängte Fragen zu diskutieren."

Die IKvu hofft, dass vor dem Einstieg in das eigentliche Wahlprocedere Reformschritte vereinbart werden, an die der gewählte Papst gebunden wäre: "Dazu würde aus unserer Sicht vor allem eine Wiederbelebung des ökumenischen Prozesses gehören. Hier stehen vor allem die Frage der Anerkennung der anderen Kirchen als gleichberechtigte Partnerinnen im Konziliaren Prozess und die Ermöglichung der wechselseitigen Einladung zum Abendmahl im Vordergrund. Zu dieser Aufgabe wäre dieses große und differenziert zusammengesetzte Gremium durchaus in der Lage. Durch das Schweigegebot wäre die Diskussion geschützt, die Ergebnisse könnten zur Grundlage der anschließenden Wahl werden. Damit würde das Kardinalskollegium eine beeindruckende Souveränität und Verantwortlichkeit für die Zukunft der römischen Kirche unter Beweis stellen."

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