Initiative Kirche von unten (IKvu)
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Kirche lebt von unten

+++ pressemitteilung +++

"Das unruhige Gewissen bewahren"
Initiative Kirche von unten
zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus

BONN, 27. Januar 2004. Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus werden heute wieder zahlreiche Feierstunden veranstaltet und Reden gehalten - und sicher werden sich heute alle von dem distanzieren, was zwischen 1933 und 1945 in Deutschland geschehen ist und betonen, dass dies ein wichtiger Bestandteil der deutschen Geschichte ist. Dennoch zeichnet sich in letzter Zeit auch in der Politik eine gefährlich veränderte Sicht auf die deutsche Vergangenheit ab: Martin Hohmanns Rede vom "Tätervolk" der Juden (das Unwort des Jahres 2003) oder das Loblied des Friedrich Merz auf seinen Großvater, der die Machtergreifung der Nazis bejubelte.

"Einige Politiker verneigen sich Gedenktagen wie diesem nur scheinbar vor den Opfern. Gleichzeitig bedienen sie populistisch Tendenzen, die die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands relativieren", sagte Hans Mestemacher als Sprecher der Initiative Kirche von unten (IKvu). "Hier ist wirklich zu bezweifeln, ob sich diese Aussagen mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Einklang bringen lassen."

Die Unruhe unseres Gewissen müsse bewahrt werden, damit wir auf heutiges Unrecht sehenden Auges aufmerksam machen und es bekämpfen könnten, sagte Mestemacher weiter. Dazu gehören beispielsweise die Abschiebung von politisch Verfolgten aus Deutschland in Folter und Tod oder die Gefangenen von Guantánamo Bay.

Die IKvu fordert auch die Kirchen auf, ihr Schweigen und ihren Opportunismus mit dem Nationalsozialismus aufzuarbeiten und unter anderem auch daraus Konsequenzen für das heutige Verhältnis zwischen Kirche und Staat zu ziehen.

Kontakt: Tim Schmidt
IKvu-Pressesprecher
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