zuletzt aktualisiert: 17.02.2010
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IKvu unterstützt "Runden Tisch" zu sexueller Gewalt in der Kirche


Ökumenisches Netzwerk
Initiative Kirche von unten - IKvu

Pressemitteilung

IKvu unterstützt "Runden Tisch" zu sexueller Gewalt in der Kirche. Verjährungsfrist kein Tabuthema. Sexualmoral der Kirche ist keine Lösung.

17.02.2010. Frankfurt/Main

Die IKvu begrüßt den Vorschlag eines "Runden Tisches" zu sexueller Gewalt in der Kirche von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), um Fragen von Aufklärung und Entschädigung zu verhandeln.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) sollte den Beschluss zur Einrichtung bei ihrer Frühjahrstagung in der nächsten Woche in Freiburg fassen.

Bereits seit 2002 fordert die IKvu ein solches Gremium zur Erarbeitung verbindlicher Richtlinien für Aufklärung, Prävention und Entschädigung. Es sollte sich aus VertreterInnen der Betroffenen, Ehrenamtlichen und FachreferentInnen der Jugend(verbands)arbeit, kirchlich unabhängigen PädagogInnen, PsychologInnen und JuristInnen, VertreterInnen der Orden und der Deutschen Bischofskonferenz zusammensetzen. Auch die IKvu wäre zur Mitarbeit an diesem Runden Tisch bereit.

Daneben darf die Frage der Verjährung von Fällen sexueller Gewalt 20 Jahre nach Erreichen des 18. Lebensjahrs eines Betroffenen kein Tabuthema sein. Gerade die jüngst bekannt gewordenen Beispiele zeigen, wie schwer es auch für schon ältere Menschen ist, sich an das erfahrene Unrecht zu erinnern und selbst aktiv zu werden.

Jüngste Äußerungen wie von Bischof Walter Mixa (Augsburg), der die fehlende gesellschaftliche Orientierung an der Sexualmoral der Kirche verantwortlich macht, signalisieren eine verbreitete Hilflosigkeit im Führungspersonal der Kirche im Umgang mit dem Thema. Die Initiative der Bundesjustizministerin könnte hier die Perspektive für ein angemesseneres Vorgehen eröffnen, das nicht ideologischen Vorgaben verhaftet ist.  

Bernd Hans Göhrig
Bundesgeschäftsführer  

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Kontakt:
Bernd Hans Göhrig
0179 - 52 44 075
goehrig@ikvu.de  

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