zuletzt aktualisiert: 15.03.2010
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Ökumenisches Netzwerk
Initiative Kirche von unten - IKvu

Pressemitteilung

IKvu fordert Einsetzung der unabhängigen Kommission durch Bundesregierung. Ende der Debatte und Beginn der externen Aufklärung.

15.03.2010. Frankfurt/Main

Die Debatte der letzten Wochen über kirchliche Opfer sexualisierter Gewalt hat die grundsätzliche Problematik genügend erhellt. Zugleich wird die Überforderung der Bistümer jeden Tag neu dokumentiert. Es ist an der Zeit, konkrete Entscheidungen zu treffen, anstatt durch Vermischung der Tatkontexte die kirchliche Verschleppungsstrategie zu unterstützen.

"Seit Wochen halten konservative Bischöfe die Betroffenen mit schönen Worten hin. Gemeinsam mit der Politik werden Image-Projekte wie belanglose "Runde Tische" gebastelt - das instrumentalisiert die Opfer und schiebt sie schon wieder in eine neue Nische der Nichtbeachtung.", betont Bernd Hans Göhrig, Bundesgeschäftführer der IKvu. "An einer unabhängigen Kommission wie in Irland und den Niederlanden führt kein Weg vorbei."

Diese Kommission hat einen klaren Arbeitsauftrag: Aufklärung der Fälle aus den vergangenen Jahrzehnten.

1. Welche Opfer gibt es?
2. Wer waren die Täter?
3. Wer hat die Strafverfolgung verhindert?

Die IKvu empfiehlt Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, in Kürze eine Person für den Vorsitz zu benennen.

Die deutschen Bischöfe können sich dieser Aufklärung nicht länger verweigern. Die Bischofskonferenzen in den USA, in Irland und jetzt in den Niederlanden haben gezeigt, dass nur dieser unabhängige Weg erfolgreich sein wird. In der Bundesrepublik hat der Jesuitenorden mit der Beauftragung der unabhängigen Anwältin Ursula Raue schon 2007 diesen Ansatz erfolgreich eingeführt.

Anschlussfragen des Strafrechts und des Zivilrechts wie Verjährungsfristen bzgl. Strafverfolgung und Entschädigungszahlungen kann nicht Aufgabe dieser Kommission sein. Diese Fragen sind Aufgabe einer gesonderten Arbeitsgruppe, die in der Zuständigkeit des Bundesjustizministeriums angesiedelt sein muss.

"Nach unseren Erkenntnissen trauen sich noch immer viele Betroffene nicht an die Öffentlichkeit. Darunter sind vor allem Frauen, denn die Debatte dreht sich derzeit um männliche Opfer", so Bernd Hans Göhrig, Bundesgeschäftsführer der IKvu. "Die Bestellung von Priestern als kirchliche Beauftragte der Bistümer ist auch eine Strategie, diese Opfer abzuschrecken." 

Kontakt:
Verena Mosen (Berlin)
Mobil 0170 - 732 60 68

Bernd Zielmann (Ruhrgebiet)
Mobil 0160 - 975 840 60

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