zuletzt aktualisiert: 21.04.2010
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IKvu Bischof Mixa verweigert Rücktritt


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Initiative Kirche von unten - IKvu

Pressemitteilung

Bischof Mixa verweigert Rücktritt: Unfähigkeit zu Einsicht und Verantwortung

21.04.2010. Frankfurt/Main

Der Rücktritt von Bischof Walter Mixa ist überfällig: Nach den erzwungenen Eingeständnissen, wehrlose Kinder geschlagen und finanziell unzuverlässig gehandelt zu haben, ist der oberste Verantwortliche des Augsburger Bistums nun offenbar auch noch unfähig dazu, Konsequenzen aus seinen Vergehen zu ziehen. Dieses Verhalten zeigt deutlich: Walter Mixa besitzt weder die sachliche Qualifikation noch die persönliche Integrität zur Leitung eines Bistums.

Die "Causa Mixa" wirft ein bezeichnendes Licht auf die Art und Weise, wie in der römisch-katholischen Kirche seit Jahrzehnten Führungspersonal herangebildet wird. Bischöfe wie er sind das logische Ergebnis einer negativen Auslese: Nicht pastorale oder theologische Qualifikationen entscheiden über ihren Aufstieg, sondern Treue zum Papst und das fraglose Befolgen römischer Anweisungen. Besonders kirchenrechtlich versierte Kleriker empfehlen sich so für das Bischofsamt.

Joseph Ratzinger perfektionierte dieses System von Befehl und Gehorsam als Vorsitzender der Glaubenskongregation über viele Jahre. Er verschärfte dadurch den autoritären Kommunikationsstil dieser Kirche weltweit. Die Kirche profilierte er so als Gegenmodell zu synodalen und demokratisch offenen Kirchenentwürfen, wie sie im Kontext des II. Vatikanischen Konzils (1962 - 65) einen kirchlichen Frühling erlebt hatten. Im Zuge dieses römischen Backlash erhielten die bischöflichen Amtsträger den Nimbus der "Kirchenfürsten" zurück, den sie in der kollegialen Perspektive des Konzils verloren hatten.

Walter Mixa ist ein Protagonist dieses hierarchischen Kirchenbildes: Selbstherrlich und von der eigenen Unangreifbarkeit überzeugt, sah er keinen Anlaß zu Einsicht und Reue, sondern beschimpfte seine Opfer als Lügner. Nun muß er sich mit den Regeln unserer demokratischen Zivilgesellschaft auseinandersetzen. 

Bernd Hans Göhrig
Bundesgeschäftsführer 

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Bernd Hans Göhrig
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Bernd Zielmann
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